Das Hochzeitsgeschenk der Eltern an das Brautpaar ist in vielen Familien das größte von allen, aber selten ein klassischer Umschlag. Häufig übernehmen Eltern einen Teil der Hochzeitskosten, etwa die Location oder das Essen. Dazu kommt oft etwas Persönliches: ein Erbstück, ein Brief oder ein Fotobuch aus der Kindheit.
Hier findest du die gängigen Formen des Elterngeschenks, Ideen für persönliche Ergänzungen und Hinweise, wie ihr bei mehreren Kindern fair bleibt.
Die Kostenbeteiligung als Hauptgeschenk
Früher war es in vielen Regionen üblich, dass die Eltern der Braut die Hochzeit bezahlten. Heute teilen sich Paare und beide Elternhäuser die Kosten oft individuell auf. Eine Beteiligung der Eltern gilt in den meisten Familien als Hauptgeschenk.
Es gibt verschiedene Modelle, die sich bewährt haben:
| Modell | So funktioniert es | Vorteil |
|---|---|---|
| Fester Posten | Eltern übernehmen z. B. Essen, Location oder Fotograf*in | Klare Abgrenzung, keine Abrechnung nötig |
| Pauschalbetrag | Eltern geben einen Betrag, das Paar entscheidet | Volle Freiheit für das Paar |
| Anteil pro Gast | Eltern zahlen für die eigenen Gäste aus Familie und Freundeskreis | Fair, wenn Eltern viele Gäste wünschen |
| Kleid und Anzug | Eltern übernehmen Brautkleid oder Anzug | Sehr persönlich, oft mit Einkaufserlebnis |
| Geld für danach | Beitrag zu Reise oder Wohnung statt Feier | Gut bei kleiner Hochzeit |
Wichtig: Klärt früh, ob mit der Beteiligung Mitspracherechte verbunden sind. Eltern, die die Location zahlen, möchten manchmal mitentscheiden. Das Paar sollte sich bewusst sein, ob es das möchte.
Persönliche Geschenke von Eltern
Auch wenn die Kostenbeteiligung das Hauptgeschenk ist, freuen sich viele Brautpaare über eine persönliche Geste. Sie muss nicht teuer sein, aber sie sollte zeigen, was die Eltern mit dem Tag verbinden.
- Erbstück: Ein Ring, eine Uhr, ein Schmuckstück der Großmutter. Für viele Bräute ist ein Familienstück am Hochzeitstag „etwas Altes“ im Sinne des alten Brauchs.
- Fotobuch der Kindheit: Bilder vom Baby bis zum Auszug, ergänzt um kurze Anekdoten.
- Brief zum Hochzeitsmorgen: Gedanken der Eltern zum Tag, den sie lange herbeigesehnt oder auch gefürchtet haben.
- Familienrezepte: Ein gebundenes Buch mit den Lieblingsgerichten aus der Kindheit, damit sie im eigenen Haushalt weiterleben.
- Gemaltes oder gesticktes Familienwappen: Für Familien, die gern Traditionen pflegen.
- Baum für den Garten: Ein Obstbaum, der mit der Ehe wächst.
Elterngeschenk für Tochter und Schwiegersohn oder Sohn und Schwiegertochter
Ein Hochzeitsgeschenk der Eltern geht an das Paar, nicht nur an das eigene Kind. Das ist ein wichtiges Signal an das neue Familienmitglied. Ein Fotobuch nur mit Kinderbildern der Tochter ist liebevoll, kann den Partner aber außen vor lassen.
Eine schöne Lösung: Das Fotobuch beginnt mit der Kindheit des eigenen Kindes und endet mit Bildern des Paares. Oder ihr fragt die anderen Eltern, ob sie Kinderfotos beisteuern, damit beide Geschichten erzählt werden.
Geldgeschenk der Eltern
Manche Eltern schenken statt einer Kostenbeteiligung oder zusätzlich Geld. Das ist besonders sinnvoll, wenn das Paar klein heiratet oder schon viel selbst finanziert hat. Häufige Zwecke sind die Hochzeitsreise, eine Anzahlung für die Wohnung oder ein Notgroschen für den Start.
Bei größeren Geldbeträgen kann es sinnvoll sein, sich über steuerliche Fragen zu informieren. Schenkungen an Kinder sind in Deutschland bis zu hohen Freibeträgen steuerfrei, für Details ist die Beratung durch eine Fachperson oder das Finanzamt der richtige Weg.
Wie man ein Geldgeschenk liebevoll präsentiert, auch wenn es nur symbolisch auf dem Geschenketisch liegt, zeigen die Geldgeschenke zur Hochzeit.
Ideen nach Budget
Nicht alle Eltern können oder wollen sich in großem Umfang an einer Hochzeit beteiligen. Das ist keine Frage der Liebe, sondern der Möglichkeiten. Die folgende Übersicht zeigt, dass es für jedes Budget passende Wege gibt.
| Budget | Mögliches Elterngeschenk | Persönliche Ergänzung |
|---|---|---|
| Klein | Brief, Fotobuch, Familienrezepte | Hilfe bei Vorbereitung und Deko |
| Mittel | Brautkleid oder Anzug, Torte, Fotograf*in | Erbstück oder Brief |
| Groß | Location, Essen oder Pauschalbetrag | Fotobuch der Kindheit |
| Sehr groß | Großteil der Feier oder Anzahlung für Wohnung | Familienfest mit beiden Elternhäusern |
Auch Hilfe ist ein Geschenk. Eltern, die Deko basteln, Kuchen backen, Gäste unterbringen oder den Shuttle organisieren, entlasten das Paar enorm. Wenn das Budget knapp ist, kann diese Mithilfe ein ehrlicher und sehr geschätzter Beitrag sein.
Wenn beide Elternhäuser schenken
Häufig beteiligen sich beide Elternhäuser. Dann ist es sinnvoll, dass sich die Eltern kurz abstimmen, aber nicht unbedingt den gleichen Betrag geben. Familien haben unterschiedliche Möglichkeiten, und kein Brautpaar möchte, dass die Hochzeit zum Wettbewerb wird.
Eine gute Lösung sind getrennte Posten: Die einen übernehmen das Essen, die anderen die Musik oder die Fotos. So ist jeder Beitrag sichtbar, ohne dass Zahlen verglichen werden.
Fair bleiben bei mehreren Kindern
Eine heikle, aber wichtige Frage: Was gebt ihr, wenn mehrere Kinder heiraten, oder eines heiratet und das andere nicht? Ungleiche Behandlung kann zu Kränkungen führen, die lange nachwirken.
Ein paar Grundsätze helfen:
- Haltet fest, was ihr bei der ersten Hochzeit gegeben habt.
- Plant für jedes Kind einen vergleichbaren Rahmen ein, auch für Kinder, die nicht heiraten. Ein Beitrag zur ersten Wohnung kann ein Ausgleich sein.
- Sprecht offen darüber, statt still zu rechnen.
- Bedenkt, dass sich Lebensumstände ändern. Was ihr vor zehn Jahren geben konntet, ist heute vielleicht mehr oder weniger.
Zeitpunkt und Übergabe
Die Kostenbeteiligung wird meist Monate vor der Hochzeit geklärt. Das persönliche Geschenk übergeben viele Eltern am Hochzeitsmorgen, wenn sich das Paar fertig macht. Ein Brief oder ein Erbstück passt in diesen ruhigen Moment besser als auf die Feier.
Bei einer standesamtlichen Trauung im kleinen Kreis bringen Eltern oft Blumen oder einen Brief mit, das Hauptgeschenk folgt zur Feier. Mehr dazu im Artikel Hochzeitsgeschenk fürs Standesamt.
Typische Fehler von Eltern
Geld mit Bedingungen: Eine Beteiligung, die an Wünsche zur Gästeliste oder zum Ablauf geknüpft ist, kann zu Streit führen. Klärt das offen.
Das neue Familienmitglied vergessen: Das Geschenk sollte beide ansprechen.
Sich übernehmen: Eltern müssen keine Hochzeit finanzieren, die über ihre Möglichkeiten geht. Ehrlichkeit ist hier besser als Schulden.
Vergleiche mit der anderen Familie: Was die Schwiegereltern geben, ist kein Maßstab für euch.
Wie Trauzeugen das Paar beschenken, steht im Ratgeber zum Hochzeitsgeschenk der Trauzeugen. Für Beträge anderer Gäste hilft die Tabelle Wie viel Geld schenkt man zur Hochzeit?. Und in 25 Jahren dreht sich der Spieß um: Dann schenken die Kinder zur Silberhochzeit der Eltern.
Häufige Fragen
- Was schenken Eltern ihren Kindern zur Hochzeit?
- Viele Eltern beteiligen sich an den Kosten der Hochzeit, etwa für Location, Essen oder Kleid. Dazu kommt oft ein persönliches Geschenk wie ein Erbstück, ein Fotobuch der Kindheit oder ein Brief. Manche Eltern schenken zusätzlich Geld für die Reise oder die Wohnung.
- Zählt die Beteiligung an den Hochzeitskosten als Geschenk?
- Ja, eine Kostenbeteiligung gilt in den meisten Familien als Hauptgeschenk der Eltern. Ein zusätzliches großes Geschenk ist dann nicht nötig. Eine persönliche Kleinigkeit oder ein Brief zum Hochzeitstag ist trotzdem eine schöne Geste.
- Wie viel geben Eltern zur Hochzeit?
- Das ist sehr unterschiedlich und hängt von den Möglichkeiten der Familie ab. Manche Eltern übernehmen einen festen Posten wie das Essen, andere geben einen Pauschalbetrag. Wichtig ist, dass es zu eurem Budget passt und ihr bei mehreren Kindern fair bleibt.
- Was schenken Eltern zur standesamtlichen Hochzeit?
- Bei einer reinen standesamtlichen Hochzeit übernehmen Eltern oft das anschließende Essen oder schenken Geld für Reise und Wohnung. Folgt später eine große Feier, bringen sie zum Standesamt meist nur Blumen oder einen Brief mit.
- Wie bleiben Eltern bei mehreren Kindern fair?
- Haltet fest, was ihr bei einer Hochzeit gegeben habt, und plant für die anderen Kinder etwas Vergleichbares ein. Das muss nicht dieselbe Summe sein, sollte aber im Verhältnis stehen. Offene Gespräche in der Familie vermeiden spätere Kränkungen.